Stimmen

Fragt mich...

...aber jemand nach meinen Kindheitserinnerungen, dann gilt mein erster Gedanke trotz allem nicht den Menschen, sondern der Natur. Sie umschloss all meine Tage und erfüllte sie so intensiv, dass man es als Erwachsener gar nicht mehr fassen kann. Der Steinhaufen, wo die Waldbeeren wuchsen, die Leberblümchenstellen, die Schlüsselblumenwiesen, die Blaubeerplätze, der Wald mit den rosa Erdglöckchen im Moos, das Gehölz rings um Näs, wo wir jeden Pfad und jeden Stein kannten, der Fluss mit den Seerosen, die Gräben, die Bäche und Bäume, an all das erinnere ich mich besser als an die Menschen. Steine und Bäume, sie standen uns nah, fast wie lebende Wesen, und die Natur war es auch, die unsere Spiele und Träume hegte und nährte.

Astrid Lindgren, Das entschwundene Land

 

Die alten Dakota waren weise

Sie wussten, dass das Herz eines Menschen, der sich der Natur entfremdet hat, hart wird; sie wussten, dass mangelnde Ehrfurcht vor allem Lebendigen und allem, was da wächst, bald auch die Ehrfurcht vor dem Menschen absterben lässt. Deshalb war der Einfluss der Natur, die den jungen Menschen feinfühlig macht, ein wichtiger Bestandteil der Erziehung.“

Luther Standing Bear

 

„Das Kind hat keine Angst vor Kälte und Nässe ...

und wird sich im Normalfall nicht erkälten, weil es draußen spielt, sondern sofern es zuviel drinnen spielt und deshalb nicht abgehärtet ist. Es ist wichtig, dem kindlichen Drang nach viel frischer Luft, nach Wind, Wetter und Sonnenschein soweit wie möglich nachzugeben.“

(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung)

 

Schulfähigkeit....

„... Grundsätzlich werden die Kinder, die als vorschulische Einrichtung einen Waldkindergarten besucht haben, als besser auf die Schule vorbereitet angesehen als die Kinder aus dem Regelkindergarten. Im Durchschnitt arbeiten Waldkindergartenkinder im Unterricht besser mit, sind motivierter und konzentrierter in der Schule und sie verfügen über ein höheres Maß an sozialen Kompetenzen, das sie im Klassenverband anwenden können. Des Weiteren schneiden sie im musischen und im allgemeinen körperlichen Bereich besser ab als ihre Mitschülerinnen und Mitschüler ...“

Die Ursachen für diese gute Bewertung der Schülergruppen ehemaliger Waldkindergärten sind zum einen in der besseren Betreuungssituation zu sehen. Im Durchschnitt werden in Waldkindergärten weniger Kinder von einer Erzieherin betreut. Außerdem sind die Kinder durch den Mangel an oder das vollständige Fehlen von Spielzeug in den Waldkindergärten gezwungen, selber kreativ zu werden.

(Dipl.-Pädagoge Peter Häfner an der Universität Heidelberg)

 

„Kinder, die ihre Tage im Wald verbringen ...

, fühlen sich nicht nur erstaunlich wohl dabei, sondern entwickeln eine ungewöhnliche Kreativität, Selbstsicherheit und Solidarität. Sie können sich unentwegt mit den einfachsten Dingen beschäftigen und erwerben dabei körperliche, seeliche und soziale Fähigkeiten, die man von ,normalen’ Kindergartenkindern kaum mehr kennt.“

(Brämer, 2000)

26/04 2006

 

Praxis für Logopädie Ilmenau

Projekt Waldkindergarten

Das Erlernen der Sprache ist wohl eine der größten Leistungen, die ein Kind in seinen ersten Lebensjahren erbringt.

Da Sprachenentwicklungsverzögerungen bei Kindern in unserem Praxisalltag in den letzten Jahren zugenommen haben, sollten Eltern und Kindergärten sowie alle, die an der Betreuung der Kinder beteiligt sind, jede Möglichkeit nutzen, die Sprachenentwicklung zu fördern.

Ihr Konzept ist sehr gut geeignet, die taktil-kinästhetische, auditive und visuelle Wahrnehmung anzuregen und so die Sprechentwicklung zu fördern.

Die Erlebnisse mit und in der Natur unterstützen die Bewegungsfreude und die Kommunikation.

Aus logopädischer Sicht unterstütze ich Ihr Projekt und wünsche Ihnen für die Realisierung viel Erfolg.

Mit freundlichen Gruß

Dipl. paed. Uta Pöhls

Logopädin

26/04 2006

 

Anzahl der Waldkindergärten steigt

Nach Aussagen von Dipl.-Pädagoge Peter Häfner an der Universität Heidelberg steigt die Nachfrage nach Plätzen in Waldkindergärten. Der erste Waldkindergarten wurde 1993 in Flensburg eröffnet.

Gut zehn Jahre später existieren bundesweit mehr als 350 Waldkindergärten.